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Vergangene Ausstellung

almost nothing

26.04.
Vernissage

intro for upcoming

almost nothing 2019 (group exhibition)

weiße arbeiten von

mats bergquist . achim bertenburg . julian birbrajer . claudia doderer . jeffrey james . marc lambrechts . birgitte lund . jakob roepke . rebecca salter . shawn stipling . tünde újszászi . maibritt ulvedal bjelke . xiaohua

weiße arbeiten von

mats bergquist . achim bertenburg . julian birbrajer . claudia doderer . jeffrey james . marc lambrechts . birgitte lund . jakob roepke . rebecca salter . shawn stipling . tünde újszászi . maibritt ulvedal bjelke . xiaohua

 

Die nahezu ausschließliche Verwendung der Farbe Weiß und die extreme Reduktion des Überflüssigen charakterisieren alle Arbeiten und sind der rote Faden dieser minimalistischen Ausstellung. Den allerkleinsten Details kommt so die allergrößte Bedeutung zu, obwohl sie doch nahezu nichts (almost nothing) sind.

MB text almost nothing 2019

MB short exhib text almost nothing

Weder Hoffnung noch Begehren stelle ich dar.
Doch ich weiß, ich vermag zu wünschen, zu hoffen;
Meine Augen schließen und malen,
Spuren herausarbeiten, zögerlich.
Getröstet von der Sicherheit
Dass auch wenn ich blind bin
Ich sie dennoch finden werde, dort,
auf der abgenutzten Fläche des Bildes.
Die Hoffnung wurde nicht erfüllt, das Begehren nicht gestillt.
Doch das Bild legt Zeugnis einer Einsicht ab:
Du bist, also hoffst und begehrst Du.
Die Gemälde bezeugen
Eine Reise auf lang geschmolzenem Schnee.

Mats Bergquist

Weder Hoffnung noch Begehren stelle ich dar.
Doch ich weiß, ich vermag zu wünschen, zu hoffen;
Meine Augen schließen und malen,
Spuren herausarbeiten, zögerlich.
Getröstet von der Sicherheit
Dass auch wenn ich blind bin
Ich sie dennoch finden werde, dort,
auf der abgenutzten Fläche des Bildes.
Die Hoffnung wurde nicht erfüllt, das Begehren nicht gestillt.
Doch das Bild legt Zeugnis einer Einsicht ab:
Du bist, also hoffst und begehrst Du.
Die Gemälde bezeugen
Eine Reise auf lang geschmolzenem Schnee.

Mats Bergquist

AB text almost nothing 2019

AB short exhib text almost nothing

... Die Qualität der Malerei Achim Bertenburgs besteht (gerade) darin, dass sie das Sinnliche und das Kognitive, das Erlebte und das Ausgedachte, das Konzeptuelle und das Spontane miteinander verbindet . . .  sie ist reflektiert und emotional zugleich; die Bandbreite des Schaffens zeigt die immer neue Befragung der Malerei auf ihre Möglichkeiten . . .  Fotografien begleiten (gelegentlich) die Gemälde und deuten darauf hin, wie alles von ihm Gemalte von sichtbarer und gesehener Wirklichkeit, direkt erlebter oder medial vermittelter Erfahrung grundiert ist . . .  er invertiert die Genealogie der Malerei: nicht aus der Figuration erwächst die Abstraktion, sondern umgekehrt aus der Abstraktion die Gegenständlichkeit ...

Textauszug: Michael Stoeber, Katalog „still“

... Die Qualität der Malerei Achim Bertenburgs besteht (gerade) darin, dass sie das Sinnliche und das Kognitive, das Erlebte und das Ausgedachte, das Konzeptuelle und das Spontane miteinander verbindet . . .  sie ist reflektiert und emotional zugleich; die Bandbreite des Schaffens zeigt die immer neue Befragung der Malerei auf ihre Möglichkeiten . . .  Fotografien begleiten (gelegentlich) die Gemälde und deuten darauf hin, wie alles von ihm Gemalte von sichtbarer und gesehener Wirklichkeit, direkt erlebter oder medial vermittelter Erfahrung grundiert ist . . .  er invertiert die Genealogie der Malerei: nicht aus der Figuration erwächst die Abstraktion, sondern umgekehrt aus der Abstraktion die Gegenständlichkeit ...

Textauszug: Michael Stoeber, Katalog „still“

JB gallery almost nothing 2019

JB text almost nothing 2019

JB short exhib text almost nothing

Weiß ist das neue Schwarz. Schwarz ist die Genese – es wird Schritt für Schritt beseitigt. Am Ende steht ein durchsichtiges, unsichtbares, gedämpftes no thing, dem Punkt des Verschwindens zustrebend. Und doch leistet es Widerstand – die Faltung als Welt und die Faltung als Wort windet und webt sich durch Zeit und Raum und legt sich offen.

Julian Birbrajer, 2019

Weiß ist das neue Schwarz. Schwarz ist die Genese – es wird Schritt für Schritt beseitigt. Am Ende steht ein durchsichtiges, unsichtbares, gedämpftes no thing, dem Punkt des Verschwindens zustrebend. Und doch leistet es Widerstand – die Faltung als Welt und die Faltung als Wort windet und webt sich durch Zeit und Raum und legt sich offen.

Julian Birbrajer, 2019

CD text almost nothing 2019

CD short exhib text almost nothing

Die räumlichen Arbeiten von Claudia Doderer sind tief verwurzelt in musikalischen Ideen und Strukturen. Sie klingen als polyphones und mehrdimensionales Spiel mit Linien und Perspektiven. Als in der Andeutung erstarrte, potentielle Bewegung eröffnen sie dabei vielfältige Resonanzmöglichkeiten. Vom Bühnenbild kommend, interessiert sich Claudia Doderer heute vor allem für die räumlichen Bedingungen von Performativität, die sie in Objekten und Szenen für Musiktheater erforscht.

Patrick Klingenschmitt, 2019

Die räumlichen Arbeiten von Claudia Doderer sind tief verwurzelt in musikalischen Ideen und Strukturen. Sie klingen als polyphones und mehrdimensionales Spiel mit Linien und Perspektiven. Als in der Andeutung erstarrte, potentielle Bewegung eröffnen sie dabei vielfältige Resonanzmöglichkeiten. Vom Bühnenbild kommend, interessiert sich Claudia Doderer heute vor allem für die räumlichen Bedingungen von Performativität, die sie in Objekten und Szenen für Musiktheater erforscht.

Patrick Klingenschmitt, 2019

JJ text almost nothing 2019

JJ short exhib text almost nothing

Ein Möbeltischler sagte einmal : „Das Wichtige ist nicht, wieviel Holz man verwendet, sondern wieviel Holz man wegnimmt.” Als Bildhauer nehme ich unentwegt Material von einer primären Form weg, bis ich hoffentlich zu einem Moment komme, da das Stück in der Schwebe zwischen zwei Seinszuständen ist. Zwischen dem Alles-Haben und dem Nichts-Haben.

Jeffrey James, 2109

Ein Möbeltischler sagte einmal : „Das Wichtige ist nicht, wieviel Holz man verwendet, sondern wieviel Holz man wegnimmt.” Als Bildhauer nehme ich unentwegt Material von einer primären Form weg, bis ich hoffentlich zu einem Moment komme, da das Stück in der Schwebe zwischen zwei Seinszuständen ist. Zwischen dem Alles-Haben und dem Nichts-Haben.

Jeffrey James, 2109

ML text almost nothing 2019

ML short exhib text almost nothing

Die Verschränkung (“entanglement”) gehört zu den verwirrendsten Aspekten der Quantenmechanik.
Verschränkte Partikel bleiben miteinander so verbunden, dass Einwirkungen auf einen sofort auch den anderen beeinflussen, auch wenn beide durch große Distanzen (und sei es an den entgegengesetzten Enden des Universums) voneinander getrennt sind.
Wenn der eine aufwärts dreht, dann dreht der andere augenblicklich abwärts. Manche Wissenschaftler sind der Meinung, dass diese Verschränkung den Stoff unseres Universums ausmacht.
In diesen Arbeiten versuche ich mit dieser Idee der Verschränkung zu spielen. Die weißen Formen sind Cut-Outs. Wenn ich ein Rechteck oder einen Kreis ausschneide, wird das Element in einer anderen Position auf das Stück zurückgesetzt. Dies ist nicht immer klar und schwer zu entziffern. Das schafft positive und negative Räume, mit denen ich spiele und eine poetische Atmosphäre schaffe.

Marc Lambrechts, 2019

Die Verschränkung (“entanglement”) gehört zu den verwirrendsten Aspekten der Quantenmechanik.
Verschränkte Partikel bleiben miteinander so verbunden, dass Einwirkungen auf einen sofort auch den anderen beeinflussen, auch wenn beide durch große Distanzen (und sei es an den entgegengesetzten Enden des Universums) voneinander getrennt sind.
Wenn der eine aufwärts dreht, dann dreht der andere augenblicklich abwärts. Manche Wissenschaftler sind der Meinung, dass diese Verschränkung den Stoff unseres Universums ausmacht.
In diesen Arbeiten versuche ich mit dieser Idee der Verschränkung zu spielen. Die weißen Formen sind Cut-Outs. Wenn ich ein Rechteck oder einen Kreis ausschneide, wird das Element in einer anderen Position auf das Stück zurückgesetzt. Dies ist nicht immer klar und schwer zu entziffern. Das schafft positive und negative Räume, mit denen ich spiele und eine poetische Atmosphäre schaffe.

Marc Lambrechts, 2019

BL text almost nothing 2019

BL short exhib text almost nothing

Meine Gemälde in der Gruppenausstellung almost nothing der Galerie Pugliese Levi sind eine Hommage an das dänische Winterlicht.
Die organischen Gestalten und Formen sind abstrakte Impressionen von Eiskristallen in Nahansicht, von verwelkten und gefrorenen Pflanzen. Das Konzept der Unfarbigkeit verschiedener Weißtöne (und der subtilen Töne zwischen Grau und Weiß) soll den Eindruck des Durchstreifens einer Schneelandschaft verbildlichen, dass alles fast farblos sei, fast nichts (”almost nothing”), aber dann bei näherem Hinsehen bemerkt man all die kleinen Details.

Birgitte Lund, 2019

Meine Gemälde in der Gruppenausstellung almost nothing der Galerie Pugliese Levi sind eine Hommage an das dänische Winterlicht.
Die organischen Gestalten und Formen sind abstrakte Impressionen von Eiskristallen in Nahansicht, von verwelkten und gefrorenen Pflanzen. Das Konzept der Unfarbigkeit verschiedener Weißtöne (und der subtilen Töne zwischen Grau und Weiß) soll den Eindruck des Durchstreifens einer Schneelandschaft verbildlichen, dass alles fast farblos sei, fast nichts (”almost nothing”), aber dann bei näherem Hinsehen bemerkt man all die kleinen Details.

Birgitte Lund, 2019

JR text almost nothing 2019

JR short exhib text almost nothing

Als Hochreliefs gearbeitet erheben sich Jakob Roepkes geometrische Formen in teils scharfkantigen, teils weichen Winkeln. Dadurch entstehen Wechselwirkungen von Licht und Schatten mit feinen Abstufungen von Grautönen. Die Wirkung einer Komposition variiert bei unterschiedlichem Lichteinfall und verschiedener Beleuchtung, so entsteht aus dem plastischen Körper auch ein grafisch-flächiges Bild aus Grautönen, sowie eine lineare Struktur, die sich wie ein Netz von Höhenlinien über die Wandskulptur spannt. Die Reliefs von Jakob Roepke bilden Paare, Gruppen oder auch Einzelreliefs.

Jakob Roepke, 2018

Als Hochreliefs gearbeitet erheben sich Jakob Roepkes geometrische Formen in teils scharfkantigen, teils weichen Winkeln. Dadurch entstehen Wechselwirkungen von Licht und Schatten mit feinen Abstufungen von Grautönen. Die Wirkung einer Komposition variiert bei unterschiedlichem Lichteinfall und verschiedener Beleuchtung, so entsteht aus dem plastischen Körper auch ein grafisch-flächiges Bild aus Grautönen, sowie eine lineare Struktur, die sich wie ein Netz von Höhenlinien über die Wandskulptur spannt. Die Reliefs von Jakob Roepke bilden Paare, Gruppen oder auch Einzelreliefs.

Jakob Roepke, 2018

RS text almost nothing 2019

RS short exhib text almost nothing

Bestimmend ist die Spur der menschlichen Hand, ihre Präsenz lädt die Oberfläche auf, um subtil die ihr zu Grunde liegenden Ruhe zu stören und dabei doch Raum zum Verweilen und Erkunden zu lassen. Das Werk braucht Zeit und gibt zum Lohn Gelegenheit zu innerer Reflexion.

Rebecca Salter RA

Bestimmend ist die Spur der menschlichen Hand, ihre Präsenz lädt die Oberfläche auf, um subtil die ihr zu Grunde liegenden Ruhe zu stören und dabei doch Raum zum Verweilen und Erkunden zu lassen. Das Werk braucht Zeit und gibt zum Lohn Gelegenheit zu innerer Reflexion.

Rebecca Salter RA

SS gallery almost nothing 2019

SS text almost nothing 2019

SS short exhib text almost nothing

Mein Werk ist oft von kargem Inhalt. Ich reduziere die Elemente, die ich benutze, bis nur noch bleibt, was ‚aktiv‘ ist. Diese Reduktion ist wesentlich, denn sie erlaubt eine bessere Steuerung jedes dieser Elemente und, ganz entscheidend, erlaubt mir durch eine ‚bewusste Wahl‘ jegliches Versehen auszuschließen. Die Präzision hat ebenfalls eine Funktion, sie unterstreicht, dass selbst kleinste Details von einem Millimeter oder weniger absichtsvoll und nicht zufällig sind. Eine Situation entsteht, in welcher dem Betrachter voll und ganz gewärtig ist, dass jede Nuance wohlerwogen und nicht auf gut Glück entstanden ist. ...

Shawn Stipling, 2018

Mein Werk ist oft von kargem Inhalt. Ich reduziere die Elemente, die ich benutze, bis nur noch bleibt, was ‚aktiv‘ ist. Diese Reduktion ist wesentlich, denn sie erlaubt eine bessere Steuerung jedes dieser Elemente und, ganz entscheidend, erlaubt mir durch eine ‚bewusste Wahl‘ jegliches Versehen auszuschließen. Die Präzision hat ebenfalls eine Funktion, sie unterstreicht, dass selbst kleinste Details von einem Millimeter oder weniger absichtsvoll und nicht zufällig sind. Eine Situation entsteht, in welcher dem Betrachter voll und ganz gewärtig ist, dass jede Nuance wohlerwogen und nicht auf gut Glück entstanden ist. ...

Shawn Stipling, 2018

TU text almost nothing 2019

TU short exhib text almost nothing

Die Serie Imprint setzt meinen künstlerischen Ansatz fort, Inspiration aus dem Material selbst und dem minimierten Einsatz von Werkzeugen zu schöpfen.
Diese Serie besteht aus Eindrücken, Bildern, die entstehen, indem Kreide durch die Leinwand und verkohlte Farbe gepresst wird. Es sind experimentelle Erkundungen der Begegnung zwischen dem Träger (natürliche Leinwand oder synthetisches PEVA) und der Farbe. Die bewusst reduzierten Kompositionen sind aus unterschiedlichen Applikationen weißer Farbe geschaffen, was zu einer untergründigen, beinahe unsichtbaren visuellen Wirkung führt.

Tünde Újszászi, 2019

Die Serie Imprint setzt meinen künstlerischen Ansatz fort, Inspiration aus dem Material selbst und dem minimierten Einsatz von Werkzeugen zu schöpfen.
Diese Serie besteht aus Eindrücken, Bildern, die entstehen, indem Kreide durch die Leinwand und verkohlte Farbe gepresst wird. Es sind experimentelle Erkundungen der Begegnung zwischen dem Träger (natürliche Leinwand oder synthetisches PEVA) und der Farbe. Die bewusst reduzierten Kompositionen sind aus unterschiedlichen Applikationen weißer Farbe geschaffen, was zu einer untergründigen, beinahe unsichtbaren visuellen Wirkung führt.

Tünde Újszászi, 2019

MUB text almost nothing 2019

MUB short exhib text almost nothing

almost nothing. Zu Beginn, als ich die weiße Einladung erhielt, hatte ich keine Vorstellung davon, welchen Wagemut diese Ein-Farben-Herausforderung erfordern würde.

Die Essenz meiner Malerei ist nichts als Farbe – Farben und Licht. Auf Weiß eingeschränkt zu werden, diese Minderung oder gar Verweigerung von Farbe erschien mir zuerst Sinn und Interpretation zuwider zu laufen.

Einzig Weiß zu verwenden schien meine Arbeit zum Äußersten zu treiben. Und wie sehr ich mich auch bemühte, Weiß auf Weiß wollte einfach keinen Sinn ergeben und wirkte keine Wunder in meinem Prozess. Aber als ich mit Anhäufungen von Farben begann und dann einen großzügigen Fluss von Weiß folgen ließ, kamen Sättigung und Licht auf. almost nothing – und doch Weißraum aufgeladen mit Bedeutung.

Maibritt Ulvedal Bjelke, 2019

almost nothing. Zu Beginn, als ich die weiße Einladung erhielt, hatte ich keine Vorstellung davon, welchen Wagemut diese Ein-Farben-Herausforderung erfordern würde.

Die Essenz meiner Malerei ist nichts als Farbe – Farben und Licht. Auf Weiß eingeschränkt zu werden, diese Minderung oder gar Verweigerung von Farbe erschien mir zuerst Sinn und Interpretation zuwider zu laufen.

Einzig Weiß zu verwenden schien meine Arbeit zum Äußersten zu treiben. Und wie sehr ich mich auch bemühte, Weiß auf Weiß wollte einfach keinen Sinn ergeben und wirkte keine Wunder in meinem Prozess. Aber als ich mit Anhäufungen von Farben begann und dann einen großzügigen Fluss von Weiß folgen ließ, kamen Sättigung und Licht auf. almost nothing – und doch Weißraum aufgeladen mit Bedeutung.

Maibritt Ulvedal Bjelke, 2019